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Portugal.

Portugal.

Die Republik Portugal (amtl. República Portuguesa) ist ein europäischer Staat im Westen der Iberischen Halbinsel. Als westlichster Punkt Kontinentaleuropas wird das Land im Osten und Norden von Spanien begrenzt, im Westen und Süden dagegen vom Atlantischen Ozean. Zum portugiesischen Staatsgebiet gehören die Inseln der Azoren und Madeira (mit Porto Santo).

Das im 12. Jahrhundert gegründete Königreich Portugal stieg im 15. Jahrhundert zu einer Großmacht auf und spielte eine wesentliche Rolle imZeitalter der Entdeckungen. Das Königreich schuf eines der größten Kolonialreiche mit Besitzungen in Afrika, Asien und Südamerika, dessen Niedergang jedoch bereits im Laufe des 17. Jahrhunderts eingeläutet wurde. 1910 kam es durch einen militärischen Aufstand zum Sturz der portugiesischen Monarchie, der König Manuel II. ins Exil zwang. Die Erste Portugiesische Republik trat am 5. Oktober 1910 in Kraft und bestand bis zum Militärputsch von General Gomes da Costa im Jahr 1926. Danach stand das Land für mehr als vierzig Jahre unter der autoritären Diktatur von António de Oliveira Salazar. Die Nelkenrevolution vom 25. April 1974 führte zum Sturz des Régimes und eröffnete den Weg zur demokratischen Dritten Republik.

Portugal ist Gründungsmitglied der NATO (1949) und der OECD (1948) und zudem Mitglied der Vereinten Nationen (seit 1955), des Europarats (seit 1976) und des Schengener Abkommens (seit 1991). Portugal gehört außerdem zu den Gründungsstaaten der Eurozone und gilt trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs Ende des 20. Jahrhunderts immer noch als ärmstes Altmitglied der EU (Beitritt 1986). Die Finanzkrise ab 2007 und die sich anschließende Eurokrise haben für eine Rezession und eine sozioökonomische Krise im Land gesorgt.

Für lange Zeit war Portugal ein Auswanderungsland; wichtige Zentren der portugiesischen Kultur in der Diaspora gibt es heute in Brasilien, Angola, Mosambik, der Schweiz, Luxemburg und vor allem in Frankreich, sowie den USA, wo jeweils etwa 1 bis 2 Millionen Portugiesen leben. Wichtigste bilaterale Partnerländer sind Brasilien und Spanien.

Der Tourismus, insbesondere der Badetourismus, ist eine wichtige Einnahmequelle. Mit 25 Millionen Touristen pro Jahr gehört Portugal zu den meistbesuchten Ländern der Welt, häufigste Reiseziele sind die Algarve und die Region um die Hauptstadt Lissabon. Das Land ist daneben für den Weinanbau bekannt, insbesondere für den Portwein, und als weltweit bedeutendstes Produktionsland für Rohkork.

Quelle: "Wikipedia"

Geschichte

Geschichte Frühgeschichte bis Antike

Es wird geschätzt, dass Portugal bereits vor 500.000 Jahren besiedelt wurde. Das älteste in Portugal gefundene menschliche Fossil stammt von Neandertalern, die vor etwa 100.000 Jahren Portugal bewohnten. Felszeichnungen aus der Altsteinzeit, die die weltweit bedeutendsten ihrer Art sind, werden auf ein Alter von 10.000 bis 25.000 Jahren geschätzt. Der Übergang zur Jungsteinzeit erfolgte zwar spät, dafür setzte sich speziell in Südportugal die Kupferverarbeitung besonders schnell durch. Erste Handelsbeziehungen mit anderen Regionen Europas sind für diese Zeit belegt. Ab 800 v. Chr. gründen Phönizier Handelsstützpunkte an der Algarve. Ab etwa 600 v. Chr. gründeten Griechen im östlichen und nordöstlichen Bereich mehrere kleine Siedlungen. Frühestens ab dem 6. bis 3. Jh. v. Chr. wandern in mehreren Wellen Kelten ein, die sich mit den Iberern vermischen. Neben den Kelten wird der Stamm der Lusitaner genannt, der den Römern als besonders wehrhaft galt und im Lateinischen namensgebend für das Land werden sollte.[22] Die Vermischung der Kelten mit der einheimischen Kultur erschuf die Keltiberer.

Ab 450 v. Chr. wird die südliche iberische Halbinsel von Karthago kolonisiert. Bis 206 v. Chr. gelang es den Römern, die Karthager zu vertreiben. Im Verlaufe des Zweiten Punischen Krieges, an dem zahlreiche lusitanische Söldner von Karthago eingesetzt wurden, kam es zu einer Gegeninvasion Roms auf der iberischen Halbinsel und damit zu einer Romanisierung.[23] Von den Römern wurde das Territorium Portugals zunächst als Provinz Hispania ulterior, ab der Regierungszeit von Augustus unter dem Namen Lusitania verwaltet, die neben dem Großteil des heutigen Portugal weitere Gebiete im Westen des heutigen Spanien umfasste. In Nord- und Nordostportugal trafen die römischen Eroberer auf starken Widerstand; erst ab 19 v. Chr. gilt die Region als unterworfen. Danach kommt es jedoch zu starker Romanisierung, Städte nach römischem Vorbild, RömerstraßenVillae und Bergwerke entstehen, mit den Siedlern kommt das Vulgärlatein ins Land, aus dem später die portugiesische Sprache entstand, und auch das Christentum.[24] Die römische Herrschaft endet in der VölkerwanderungszeitSueben (ab 409), Alanen, Vandalen und vor allem Westgoten (ab 416) fielen ein und gründeten kurzlebige Reiche auf dem Gebiet des heutigen Portugal. Nur die Sueben konnten sich länger halten, ihr Reich um Braga wurde jedoch 456 durch Theoderich II. und ein zweites Mal 585 zerstört.[25]

Maurische Herrschaft bis Kolonialmacht Portugal

Im Jahre 711 besiegte ein von Tariq ibn Ziyad geführtes Berberheer die Armee von Westgoten-König Rodrigo. Bis 716 war das ganze Territorium des Westgoten-Reiches unter Kontrolle der Umayyaden, Lusitanien wahrscheinlich schon 713. Al-Andalus und vor allem das Emirat, später Kalifat von Córdoba wurde teils von sehr fähigen und erfolgreichen Herrschern wie Abd ar-Rahman I.Abd ar-Rahman III. oder al-Hakam II. geführt und gehörte zu den fortschrittlichsten Reichen seiner Zeit. Nach seinem Zerfall in mehrere Taifas, gehörte der Großteil Lusitaniens zur Taifa von Badajoz, der äußerste Süden zu Sevilla. Es kam zu einer Einwanderung von berberischen Siedlern, klimatisch bedingt vor allem in den Süden der Halbinsel. Der maurische Einfluss auf Kultur und Sprache Portugals war stark und nachhaltig.[26]

Das Königreich Asturien war für die Mauren nicht von Interesse. Von hier ausgehend begann im 9. Jahrhundert die christliche Reconquista der Territorien des späteren Portugal. Im Jahre 868, während einer Schwächephase des Emirates von Córdoba, wurde Portucale erobert (Presúria), 879 Coimbra. Mit der Presúria von Portucale durch Vímara Peres entwickelte sich in der Gegend um Porto als Teil des Königreiches Asturien-León eine „erste“ Grafschaft Portucale (Condado Portucalense). Nachkommen aus der Familie von Vímara Peres herrschten in dieser Region bis 1071; es kam zum Wiederaufbau von Braga und zum Bau der Festung von Guimarães.[27] 1071 wurde eine Revolte des letzten Grafen von Portucale, Nuno Mendes, gegen den 1065 zum König von Galicien und Portugal ernannten Garcia niedergeschlagen. Der König von León belehnt um 1095 Heinrich von Burgund mit Portucale und Coimbra. Es entstand eine, ebenfalls als Condado Portucalense bezeichnete, „zweite“ Grafschaft Portucale, die direkt zur Gründung des unabhängigen Königreiches von Portugal führte.

Bereits der Sohn Heinrichs von Burgund, Alfons I., rebelliert 1127 mit Unterstützung des lokalen Kleinadels (infanções) nach dem Tod Heinrichs gegen seine eigene Mutter, die einen galizischen Prinzen geheiratet hatte. Nach der gewonnenen Schlacht von Ourique hatte er so weit an Prestige gewonnen, dass er 1143 mit Einverständnis von Alfons VII. von León den Königstitel annahm. Im Jahre 1166 gabLeón den Anspruch der Vorherrschaft über Portucale auf, womit die formelle Unabhängigkeit erlangt wurde. Die Herrscher des Hauses Burgund versuchen, ihr Territorium in Richtung Süden auszudehnen, wobei es das Ziel gewesen sein dürfte, die Macht über ganz Lusitanien zu erlangen. Kastilien verhinderte dies aber. Bis 1250 wurde die Reconquista mit der Eroberung der Algarve, unter starker Beteiligung ausländischer Ritter und Ritterorden, abgeschlossen.[28]

1383 starb das Haus Burgund in Portugal aus. Ein nichtehelicher Abkömmling, Johann von Avis rief sich zum König aus, konnte kastilische Ansprüche auf den portugiesischen Thron in der Schlacht von Aljubarrota (1385) abwehren und gründete die zweite portugiesische Dynastie, das Haus Avis. Unter den Avis-Königen (besonders Emanuel I. – er herrschte von 1495 bis 1521) stieg Portugal zur führenden europäischen Handels- und Seemacht auf. Heinrich der Seefahrer (1394–1460) initiierte Entdeckungsreisen an der westafrikanischen Küste, die am Beginn der Errichtung des portugiesischen Kolonialreiches zuerst in Afrika, später inSüdamerika (Brasilien) sowie Asien (Portugiesisch-IndienCeylonMalakkaMacau u. a.) und der europäischen Expansion standen. Das Land war Weltmacht und eine der reichsten Nationen Europas. Auch kulturell kam es zu einer Blütezeit (Luís de Camões).

1580 starb das Haus Avis aus, Portugal fiel aus dynastischen Gründen an die spanischen Habsburger. Bis 1640 herrschten die Spanier, Portugal verlor seine Unabhängigkeit, sank zur spanischen Provinz herab und verlor Teile seines Kolonialreiches. 1640 führte der Herzog von Braganza eine Adelsrevolte gegen die spanische Herrschaft an und rief sich als Johann IV. zum König aus. Er gründete die vorletzte portugiesische Dynastie, das Haus Braganza. Außen- und wirtschaftspolitisch geriet das Land in immer größere Abhängigkeit von England (Methuenvertrag, 1703). 1755 vernichtete ein Erdbeben große Teile der Hauptstadt Lissabon. Unter dem Ersten Minister und Reformer Marquês de Pombal wurde die Stadt wieder aufgebaut und das Land mit zum Teil drastischen Methoden zu einem aufgeklärt absolutistischen Staat umgeformt. 1761 kam es zu einem Angriff Spaniens und Frankreichs auf das Land, Pombal trug Wilhelm Graf zu Schaumburg-Lippe den Oberbefehl über die vereinigten portugiesischen und britischen Truppen an. Wilhelm wehrte die Angriffe ab und sicherte damit die Unabhängigkeit Portugals. In den folgenden Jahren reformierte er das portugiesische Heer tiefgreifend und ließ die Festung Elvas an der spanischen Grenze errichten. 1807 besetzten napoleonische Truppen das Land, die königliche Familie floh nach Brasilien. Nachdem die Franzosen mit britischer Hilfe vertrieben worden waren, kam es zur liberalen Revolution, das Land erhielt zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Verfassung (1821). Der anschließende Kampf zwischen Anhängern des Absolutismus und Befürwortern einer konstitutionellen Monarchie wurde erst durch den Sieg Letzterer im Miguelistenkrieg entschieden. Am 7. September 1822 erlangte Brasilien unter Kaiser Pedro I. seine Unabhängigkeit.

Endphase der Monarchie bis Estado Novo

Die Zeit nach Ende des Miguelistenkrieges wurde von der Auseinandersetzung zwischen Rechts- und Linksliberalen (Cartisten und Setembristen) geprägt. 1853 starb mit Königin Maria II. das Haus Braganza in direkter Linie aus, über die Ehe der Königin mit Ferdinand II. von Sachsen-Coburg und Gotha übernahm der portugiesische Zweig dieses deutschen Adelshauses den Thron (bis 1910). Die Endphase der Monarchie war durch eine große Armut, geringe Bildung (80 Prozent der Portugiesen waren Analphabeten), allgemeine wirtschaftliche Probleme (Staatsbankrott 1891) und durch sich zu Staatskrisen ausweitende republikanische Aufstände geprägt. Unter João Franco wurden die Königsbezüge weiter erhöht und das Ansehen der Monarchie litt verschärft durch den sichtbaren Widerspruch zwischen zerrütteten Staatsfinanzen einerseits und dem luxuriösen, extravaganten Lebensstil der Herrscherfamilie andererseits.[29] 1908 wurden der König Karl I. und sein Sohn, Thronfolger Ludwig Philipp, bei einer Kutschfahrt erschossen. Nur der Sohn Manuel überlebte das Attentat.

Am 3. Oktober 1910 wurde der republikanische Abgeordnete Miguel Bombarda unter ungeklärten Umständen ermordet. In der Nacht kam es daraufhin in Lissabon zu Aufständen. Eine schnell gebildete provisorische Regierung rief am 5. Oktober 1910 die Republik aus; König Manuel II. floh ins englische Exil.[29]

Die junge Republik Portugal sagte Großbritannien 1914 materielle Unterstützung und die Entsendung eigener Truppen zu. Obwohl sie offiziell neutral war, rechtfertigte die portugiesische Regierung die Beteiligung am Krieg mit einem alten Allianz-Abkommen der beiden Länder, das 1912 erneuert worden war.

„Mit der Teilnahme am Ersten Weltkrieg auf der Seite der Briten versuchte Portugal, seine afrikanische Kolonien (Angola und Mozambique) zu schützen, die 1898 Bestandteil eines geheimen Abkommens zwischen den Briten und den Deutschen gewesen waren. Zudem wollte Portugal seinen Eintritt in die Riege der europäischen Nationen unterstreichen. Das Mitwirken auf internationaler Ebene wurde als Mittel zur Stärkung der nationalen Einheit wahrgenommen. Schließlich sollte die Legitimität des republikanischen Regimes gefestigt werden, das zu dem Zeitpunkt durch monarchistische Bewegungen und große wirtschaftliche Schwierigkeiten bedroht war.

Der britische Generalstab begnügte sich zunächst mit der materiellen Hilfe Portugals. Die Führung blieb skeptisch, ob der Einsatz der jungen portugiesischen Republik in den Kampfhandlungen den alliierten Kräften wirklich nutzen würde. Die wachsenden logistischen Probleme der Alliierten veranlassten Großbritannien jedoch dazu, im Dezember 1915 die Beschlagnahmung aller in portugiesischen Häfen ankernden deutschen Schiffe zu erbitten. Dieser Bitte entsprach die Regierung am 24. Februar 1916, worauf Deutschland Portugal am 9. März den Krieg erklärte.[30]

Im März 1916 trat das Land auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. Portugal mobilisierte zeitweise 56.500 Soldaten. In der Vierten Flandernschlacht fielen an einem einzigen Tag fast 7.500 Männer bei einer deutschen Offensive.[31]

In der sogenannten ersten Republik (bis 1926) herrschten allgemeine politische Instabilität und anarchisch chaotische Zustände. Sie war durch monarchistische und kommunistische Aufstände, Putschversuche (unter anderen des Sidónio Pais, 1917) und schwache, häufig wechselnde Regierungen ohne parlamentarische Mehrheit gekennzeichnet.

1926 putschte das Militär und beendete die erste Republik. Unter den Militärs stieg ein Zivilist, António de Oliveira Salazar, ab 1928 Finanzminister, ab 1932 Ministerpräsident, zu höchster Macht auf. Er gründete ab 1933 den „Estado Novo“, den neuen Staat, ein autoritäres Gebilde mit faschistischen Tendenzen, mit Einheitspartei (Nationale Union), Staatsjugend und Geheimpolizei (PIDE). Die katholisch-autoritäre und antidemokratische Ideologie des Diktators verfolgte das Projekt eines „Ständestaates“.

Außenpolitisch baute Salazar auf die Bindung an Großbritannien, sympathisierte im spanischen Bürgerkrieg mit den nationalspanischen Kräften und taktierte geschickt zwischen den Blöcken. Im Zweiten Weltkrieg blieb das Land neutral, belieferte beide Seiten mit dem wichtigen Rohstoff Wolfram und wurde zum Tummelplatz von Geheimagenten aller Kriegsparteien. Salazar, der von Anfang an mit einem alliierten Sieg rechnete und entscheidend auf Franco im Sinne einer spanischen Neutralität eingewirkt hatte, erlaubte den Alliierten schließlich im Herbst 1943 die Einrichtung von Militärbasen auf den Azoren.

Nach Ende des Krieges war Portugal Gründungsmitglied der NATO. Ab 1960 – dem Afrikanischen Jahr, bei dem 18 Länder unabhängig wurden – begann der Kolonialkrieg, der in Afrika (Angola, MosambikGuinea-Bissau) mit großer Härte geführt wurde. Der Versuch des Offiziers Henrique Galvão, das Salazar-System durch die Entführung des Passagierschiffs Santa Maria im Januar 1961 in der Karibik zum Einsturz zu bringen, scheiterte, obwohl die Santa-Maria-Affäre international Aufsehen erregte.

1968 musste Salazar wegen gesundheitlicher Probleme zurücktreten, sein Nachfolger, Marcelo Caetano, konnte sich nicht zu grundlegenden Reformen entschließen. Durch den Kolonialkrieg war Portugal außenpolitisch zunehmend isoliert, die Kriegskosten führten zu steigender Staatsverschuldung und Inflation.

Führende Militärs erkannten, dass der Kolonialkrieg militärisch für Portugal nicht zu gewinnen war. Wegen der Unfähigkeit der Regierung, eine politische Lösung des Problems zu finden, putschten sie 1974. Eine allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Diktatur, durch die einsetzende Wirtschaftskrise (ausgelöst durch die erste Ölkrise 1973) noch verstärkt, führte dazu, dass sich große Teile der Bevölkerung mit den putschenden Offizieren solidarisierten. Es kam zu einer allgemeinen Volkserhebung, der Nelkenrevolution, die den Estado Novo beendete. Die neuen Machthaber entließen die portugiesischen Kolonien, bis auf Macau, in die Unabhängigkeit (1974/1975). Macau folgte 1999.

Aufgenommen von der Plattform des Elevador de Santa Justa: Links der Rossio, in der Mitte auf dem Hügel das Castelo de São Jorge, rechts der Tejo.

Nelkenrevolution bis EG-Beitritt

Die erste Zeit nach der Revolution war geprägt von der Auseinandersetzung zwischen einer eher konservativen Strömung (General Spínola) und einem sozialistischen Flügel (Hauptmann Otelo Saraiva de Carvalho) innerhalb des MFA (Movimento das Forças Armadas – Bewegung der Streitkräfte), der Vereinigung der putschenden Offiziere. Zunächst sah es so aus, als würde die sozialistische Strömung siegen, es kam zu Verstaatlichungen und zu einer Landreform. Die Verfassung von 1976 definierte den Übergang zum Sozialismus als Staatsziel.

Als sich bei den ersten Präsidentschaftswahlen nach der neuen Verfassung 1976 der gemäßigtere General Eanes überraschend deutlich gegen Otelo Saraiva de Carvalho durchsetzen konnte, waren die Weichen für eine Rückkehr des Landes zu einer parlamentarischen Demokratie westeuropäischen Zuschnitts gestellt. Eanes und der Vorsitzende der Sozialistischen Partei Mário Soares (Regierungschef von 1976 bis 1978 und 1983 bis 1985, Staatspräsident von 1986 bis 1996) führten das Land schließlich 1986 in die Europäische Gemeinschaft.

Vom EU-Beitritt bis heute

1979 gewann zum ersten Mal seit der Nelkenrevolution wieder eine politische Gruppierung die Parlamentswahlen, die rechts der Mitte stand, die Regierungen unter Francisco Sá Carneiro und Francisco Pinto Balsemão. Die Regierung konnte sich mit der sozialistischen Opposition auf eine Verfassungsänderung einigen, die die sozialistischen Überreste entfernte, welche nach der Nelkenrevolution in die Verfassung geschrieben worden waren. Die 1982 in Kraft getretene Verfassungsänderung ersetzte den bis dahin bedeutenden Revolutionsrat durch ein Verfassungsgericht nach dem Vorbild anderer demokratischer Staaten. 1985 wurde Aníbal Cavaco Silva Premierminister. Seiner konservativen Partido Social Democrata (PSD) gelang bei den Wahlen 1987 ein Erdrutschsieg; erstmals errang eine Partei die absolute Mehrheit. Cavaco Silva blieb bis 1995 Ministerpräsident. Er verfolgte eine neoliberale Wirtschaftspolitik und nahm die Verstaatlichungen aus der Zeit der Nelkenrevolution zurück. Von 1995 bis 2002 stellten wieder die Sozialisten mit António Guterres die Regierung.

Bei den Parlamentswahlen vom 17. März 2002 kam es zu einem neuerlichen Rechtsrutsch. Bei einer Wahlbeteiligung von 62,3 Prozent erreichte die konservative PSD unter José Manuel Durão Barroso eine relative Stimmenmehrheit von 40,1 Prozent, gefolgt von der sozialistischen Partido Socialista und der rechtskonservativen Volkspartei CDS-PP mit 37,9 beziehungsweise 8,8 Prozent. Mit letzterer bildete Barroso eine Koalitionsregierung, wobei der populistische Vorsitzende des CDS-PP, Paulo Portas, das Amt des Verteidigungsministers übernahm und zudem die Bereiche Justiz sowie Arbeit und Soziales an das CDS-PP gingen. Die Sozialisten stellten jedoch ununterbrochen den Präsidenten des Landes, da Nachfolger von Soares 1996 der Sozialist Jorge Sampaio wurde.

Im Juli 2004 wurde Barroso vom Europäischen Rat zum Nachfolger von Romano Prodi als Präsident der Kommission der Europäischen Union nominiert. Sein Nachfolger als Ministerpräsident wurde Pedro Santana Lopes, der nur kurze Zeit regieren konnte, da Präsident Sampaio bereits im November das Parlament vorzeitig auflöste und für Februar 2005 Neuwahlen ausschrieb, bei der die Partido Socialista mit 121 von 230 Sitzen zum ersten Mal in der Geschichte die absolute Mehrheit der Parlamentssitze errang. Ihr Spitzenkandidat José Sócrates wurde am 12. März 2005 neuer Ministerpräsident des Landes.

Am 22. Januar 2006 wählten ungefähr 8,9 Millionen Portugiesen einen neuen Präsidenten. Der bisherige Präsident, der Sozialist Jorge Sampaio, durfte sich nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl stellen. Gegen fünf Kandidaten der Linken setzte sich bereits im ersten Wahlgang der Mitte-rechts-Kandidat und frühere Regierungschef Aníbal Cavaco Silva (PSD) mit einer absoluten Mehrheit von 50,6 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 62,6 Prozent durch. Er wurde von einem Bündnis aus PSD und CDS-PP unterstützt. Der als Architekt des portugiesischen Wirtschaftsaufschwungs in den Jahren 1985 bis 1995 geltende 66-jährige Wirtschaftsprofessor wurde damit der erste bürgerliche Präsident in Portugal seit der Nelkenrevolution von 1974. Er wurde am 9. März 2006 für fünf Jahre in sein Amt eingeführt. Am 23. Januar 2011 wurde Cavaco Silva im Amt bestätigt.[32]

Die drastischen Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise dominierten den Wahlkampf bei den Parlamentswahlen 2009. Obwohl die regierenden Sozialisten deutlich an Wählerstimmen verloren und ihre absolute Mehrheit einbüßten, gelang es ihnen, sich als wählerstärkste Partei zu behaupten. Damit blieb auch die Regierung Sócrates im Amt.

Nachdem das Sparkonzept der Regierung im Parlament keine Mehrheit fand, reichte Sócrates am 23. März 2011 sein Rücktrittsgesuch ein. In den anschließenden Neuwahlen erfuhren die Sozialisten eine deutliche Wahlniederlage. Folgerichtig wurde am 15. Juni 2011 Pedro Passos Coelho, Vorsitzender der mit fast 40 % der Stimmen siegreichen liberal-konservativen Sozialdemokratischen Partei (PSD), zum neuen Ministerpräsidenten Portugals ernannt. Er führt eine Koalitionsregierung aus PSD und CDS-PP, die mit 132 von 230 Parlamentssitzen über eine solide Mehrheit verfügt.

Nach der Parlamentswahl am 4. Oktober 2015 blieb die bisher regierende PáF zwar stärkste Partei, verlor jedoch die absolute Mehrheit. Die linken bisherigen Oppositionsparteien PSBE und CDU halten zusammen mit 124 der insgesamt 230 Sitze im Parlament eine regierungsfähige Mehrheit. Am 20. Oktober 2015 kündigte Antònio Costa (PS) Staatspräsident Anibal Cavaco Silva an, eine Linksregierung bilden zu wollen.[33] Dieser hat die Versuche der Sozialisten und Kommunisten, ein Regierungsbündnis zu schließen, jedoch vorerst blockiert und den amtierenden bürgerlich-konservativen Ministerpräsidenten Pedro Passos Coelho abermals zum Regierungschef ernannt. In einer Fernsehrede an die Nation am Abend des 22. Oktober 2015 begründete Cavaco Silva dies mit Rücksichtnahme auf Europäische Union und Euro,[34] „Finanzinstitutionen, Investoren und die Märkte“[35].

Quelle: "Wikipedia"

Kultur & Nachtleben

Kultur & Nachtleben Literatur

Portugal wird manchmal als Land der Poeten bezeichnet. In der portugiesischen Literatur hatte die Poesie immer stärkeren Einfluss als die Prosa. Im Mittelalter, als die portugiesische Nation entstand, war im Nordwesten der Iberischen Halbinsel die Poesie weit verbreitet. Es entstanden exzellente epische wie lyrische Werke. Während die bekanntesten klassischen Poeten Luís de Camões und Fernando Pessoa sind, gibt es eine Reihe weniger bekannter Künstler, die auf die moderne portugiesische Literatur bedeutenden Einfluss haben.

Die Prosa entwickelte sich später als die Poesie und prägte sich erst im 14. Jahrhundert in der Form von Chroniken oder der Beschreibung des Lebens von Heiligen heraus. Hier ist Fernão Lopes der berühmteste Vertreter; er verfasste eine Chronik der Regentschaften von drei Königen seiner Zeit. Für ihn waren Genauigkeit der Darstellung sowie eine lebhafte Schilderung am wichtigsten. International ist die portugiesische moderne Literatur am bekanntesten, besonders mit den Werken von José Maria Eça de Queiroz und dem Nobelpreisträger für Literatur 1998, José Saramago.

Auch Frauen sind unter den bedeutenden zeitgenössischen Schriftstellern des Landes zu finden, hier zu nennen wären besonders Lídia Jorge und Agustina Bessa-Luís. Unter den jungen Autoren konnte sich zuletzt Valter Hugo Mãe einen Namen machen.

Film

Die Filmkunst hat eine lange Tradition in Portugal. International genießt vor allem der anspruchsvolle Autorenfilm des Landes unter Cineasten einen guten Ruf, doch sind preisgekrönte Regisseure, wie João Botelho oder João Canijo, der breiten Bevölkerung, selbst in Portugal, eher wenig bekannt. Wird die Filmwirtschaft auch hier von den internationalen Großproduktionen und den Multiplex-Kinos bestimmt, so gibt es abseits davon aber noch immer eine rege Filmklub-Bewegung und eine Reihe verschiedener Filmfestivals im Land, die engagierte neue Regisseure wie die sehr unterschiedlichen Miguel GomesJorge Pelicano oder Fernando Fragata hervorbringen, ebenso Schauspielernachwuchs mit Namen wie etwa Ana MoreiraDiogo Infante oder Lúcia Moniz.

Als bekanntester portugiesischer Regisseur ist hier Manoel de Oliveira († 2. April 2015) zu nennen, der zudem mit über 100 Jahren (Jahrgang 1908) der älteste noch arbeitende Regisseur der Welt war, und der letzte lebende, der bereits zu Stummfilmzeiten drehte. Die bekanntesten Schauspieler sind Maria de Medeiros, die in Pulp Fiction die Filmpartnerin von Bruce Willis war, und Joaquim de Almeida mit seinen zahlreichen Hollywood-Rollen.

Musik Fado

Die wichtigste Musikform Portugals ist der Fado, der sehr melancholisch sein kann und zum Klischee der melancholischen Portugiesen (gegenüber den temperamentvollen Spaniern) beigetragen hat. Diese Musik geht eng einher mit Saudade (etwa: Sehnsucht), und ist wahrscheinlich durch die Vermischung der Lieder von portugiesischen Seefahrern mit den Rhythmen afrikanischer Sklaven entstanden. Hierbei werden zwei Stilformen unterschieden, nämlich der variantenreichere, volksnahe Fado von Lissabon, und der akademische, nur von Männern gesungene Fado vonCoimbra. Das international bekannteste Fadolied wurde April in Portugal, das in einigen hundert Versionen weltweit veröffentlicht wurde und von Raul Ferrão stammt, und zudem den Fado Coimbras mit dem Lissabons vereint. Amália Rodrigues war die bedeutendste Fado-Künstlerin, nach ihrem Tod sind mehrere Musiker aus ihrem Schatten getreten und bringen neue Formen des Fado hervor, die teils nur noch die saudade mit dem ursprünglichen Fado gemein haben, teils aber ganz bewusst an traditionellen Mustern des Fado festhalten. In den letzten Jahren hat die Zahl der Fado-Veröffentlichungen und seine öffentliche Präsenz wieder stärker zugenommen, durch Erfolge von jungen Sängern wie MarizaCamané oder Ana Moura. In den früheren Kolonien Portugals hat sich der Fado ebenfalls verbreitet und sich zur kapverdischen Morna einer Cesária Évora und zum brasilianischen Choro weiterentwickelt. Zu den heute im deutschsprachigen Raum bekannten, vom Fado beeinflussten Gruppen zählt Madredeus mit der Sängerin Teresa Salgueiro.

Klassik, Neue Musik, Jazz

Seit dem Mittelalter war die Kirchenmusik im Rahmen des starken portuguisischen Katholizismus sehr bedeutend in Portugal und erreichte ihren Höhepunkt in der Renaissance. Im Bereich der geistlichen Vokalpolyphonie hatte Portugal eine bemerkenswerte Generation portugiesischer Komponisten vorzuweisen, die im 16. und 17. Jahrhundert die Musikgeschichte von Portugal geprägt haben: Estêvão de Brito (c. 1575–1641), Filipe de Magalhães (c.1571–1652), Duarte Lobo (1565–1646) und Manuel Cardoso (1566–1650). Diese sogenannte Generation der Polifonisten von Évora stellt die Glanzzeit der Kirchenmusik in Portugal dar.

Im Bereich der klassischen Musik hat Portugal keine international bedeutenden Komponisten vorzuweisen. Im 18. und 19. Jahrhundert waren es einzelne Komponisten wie Carlos SeixasJoão Domingos BomtempoJosé Vianna da Motta oder Luís de Freitas Branco, die zwar für Portugal bedeutende Werke schrieben, jedoch keine nennenswerte internationale Aufmerksamkeit erreichten. Hingegen gehörte Luísa Todi (La Todi, 1753–1833) zu den europaweit berühmtesten Sängerinnen ihrer Zeit.

Im 20. Jahrhundert wurde die Tradition portugiesischer klassischer Musik von Komponisten wie Emmanuel NunesAntónio Victorino de Almeida oder Eurico Carrapatoso fortgesetzt. Der Tenor Lomelino Silva erlangte in den 1920er- und 1930er-Jahren internationalen Ruhm, geriet danach jedoch in Vergessenheit. António Pinho Vargas oder Bernardo Sassetti wurden sowohl in der Klassik als auch im Jazz bedeutende moderne Komponisten und Interpreten des Landes.

Der Jazzclub Hot Clube de Portugal in Lissabon gilt als ältester noch bestehender Jazzclub Europas. Mit einer Reihe Jazzfestivals und zahlreichen Musikern ist die Jazzszene weiter lebendig im Land, mit Namen wie dem Trompeter Sei Miguel, dem Bassisten Carlos Bica, dem Gitarristen Manuel Mota, oder der bekannten Sängerin Maria João. Im Free Jazz und neuer Improvisationsmusik weist Portugal eine Reihe aktiver Musiker auf, etwa Carlos ZingaroErnesto RodriguesCarlos Maria Trindade oder Vítor Rua.

Der ehemalige Madredeus-Musiker Rodrigo Leão konnte sich mit seinen modern-klassischen Kompositionen im zeitgemäßen und doch traditionellen Gewand sowohl in seiner Heimat, als auch international einen Namen machen. Das Akkordeon-Quartett Danças Ocultas erhielt international ebenfalls einige Aufmerksamkeit.

Liedermacher und Folk

Aus der Zeit des faschistischen Estado Novo unter Salazar kommt eine kritische Liedermachertradition. Bekannteste Vertreter dieser Protestbewegung waren José Afonso (häufig Zeca genannt) und Adriano Correia de Oliveira, während Vertreter der Bewegung wie José Mário Branco und insbesondere Sérgio Godinho bis heute in der Musikszene aktiv sind. Von José Afonso stammt das Lied Grândola, Vila Morena, welches in der Nacht der Nelkenrevolution und darüber hinaus landesweit politische Symbolwirkung entfaltete.

Die musikalischen Traditionen der verschiedenen Regionen werden zudem immer wieder neu belebt und zeitgemäß interpretiert, oft auch durch die Vereinigung verschiedener Musikstile. Künstler wie TrovanteJúlio Pereira oder Rão Kyao, ein Komponist, Musiker und Sänger portugiesischer Musik und des Fado hat sich durch Aufnahme musikalischer Einflüsse aus indischer Musik (Goa, ehemalige portugiesische Kolonie), aus Macau (ehemalige portugiesische Kolonie), aus dem arabischen Raum und aus Nordafrika einen Namen gemacht.

Pop- und Rockvarianten, Folklore

Das Popmusik-Genre, das in den 1960er-Jahren vor allem mit Beatbands wie Quinteto AcadémicoConjunto Académico João Paulo und insbesondere den Sheiks in Portugal eingeführt wurde, konnte seit den 1980er-Jahren neben der Rockmusik zur bestimmenden Musik der Jugend aufsteigen, mit Namen wie Heróis do Mar, den Delfins, oder dem früh verstorbenen, exzentrischen Sänger António Variações. Die Band The Gift hat in den letzten Jahren mit ihrem vielschichtigen Pop und ihrem Amália Rodrigues-Tribut-Projekt Hoje für vergleichbar viel Aufsehen unter Musikfreunden im Land gesorgt, ebenso Silence 4 und ihr inzwischen solo auftretender Sänger David Fonseca. Die erste Eurodance-Gruppe Portugals, „Santamaria“, brachte auch Technobeats in die Diskotheken.

Über die Landesgrenzen hinaus konnte sich der Rock und Blues Sänger, Gitarrist und Komponist Rui Veloso einen Namen machen. Neben bekannten Gruppen wie GNR oder UHF sind die unbestritten populärste Rockband des Landes die 1978 als Punkband gegründeten Xutos & Pontapés, während Moonspell die international bekannteste Metal-Band aus Portugal ist. Aus Bands wie der als Psychobilly-Band begonnenen Gruppe Tédio Boys oder der Punkband Censurados sind einige der prägendsten Formationen der vielfältigen Underground- und Independent-Szenen im Land entstanden. Mata-Ratos sind die älteste, noch bestehende Band der Punkszene Portugals.

Jede Region Portugals besitzt ihren Folklorestil (Ranchos Folclóricos). Projekte wie die Popbands Sétima Legião oder Sitiados verbinden diese mit zeitgemäßen Popstilen. Die portugiesische Musik- und Tanztradition hat sich in Brasilien mit den Traditionen der Sklaven aus dem heutigen Angola zur Samba gemischt und ist in dieser Mischung ebenso in Portugal populär. Vor allem unter angolanischen Einwanderern ist der Kuduro beliebt. Hierbei handelt es sich um eine Musikrichtung welche unter anderem Einflüsse des Sungura sowie des Afro Zouk beinhaltet. Der Rhythmus ist schnell und hart. Die verbreitete Kizomba ist eine Mischform aus dem angolanischen Semba und Zouk. Es handelt sich meist um romantische Lieder mit entsprechend langsamen Rhythmen. Populär sind diese beiden Musikrichtungen (jedoch die Kizomba im Besonderen) bei der jungen Generation afrikanischer Einwanderer. In den vergangenen Jahren wurde diese Musikrichtung unter Jugendlichen kulturell portugiesischer Herkunft verbreitet.

Zudem hat sich in Portugal der Hip Hop Tuga entwickelt, eine an Portugal adaptierte Version des Hip-Hop, die unter Jugendlichen populär ist. Bekannteste Vertreter wurden Da Weasel und Sam the Kid. Auch Reggae ist nach dem Erfolg der Gruppe Kussondulola in Portugal populärer geworden, mit heutigen Interpreten wie Richie CampbellMercado Negro oder Freddy Locks.

Tanz

Im Bereich des Kunsttanzes ist Portugal seit Anfang der 1990er-Jahre recht erfolgreich und gehört mit Russland zu den wichtigsten Ländern in Europa auf diesem Gebiet. Zahlreiche Tänzer sowie Choreographen konnten europaweiten oder weltweiten Ruhm erlangen: Rui HortaJoão FiadeiroClara Andermatt. Dabei werden oftmals moderne und innovative Formen eingesetzt, neue Stile entwickelt. An der Ausbildung junger Tänzer ist Portugal regelmäßig beteiligt. Die Tanzkultur in Portugal wird als Nova Dança Portuguesa bezeichnet.

Bildende Kunst

In der Malerei und Bildhauerei erreichten portugiesische Künstler nie große Bekanntheit. Das lag an diversen Gründen: Zum einen gab es keine neuen, innovativen Techniken und Formen aus dem Land. Oft wurden viele Gemälde und Skulpturen zur Ehre Gottes nur für bestimmte Klöster oder Kirchen erschaffen, ohne dass die Namen der Künstler bekannt waren (die oftmals ihren Namen absichtlich nicht angaben). Daneben spielte die oft schwierige Aussprache portugiesischer Namen sowie die Zerstörung von Kunst durch das Erdbeben von 1755 und durch napoleonische Truppen Anfang des 19. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle. Dennoch hat auch Portugal viele Maler hervorgebracht. Die heutige Malerei ist an den Tendenzen moderner Malerei ausgerichtet.

Im Mittelalter und der Renaissance waren es oftmals ausländische Maler, die in Portugal wirkten, etwa aus Flandern, die aber keine berühmten Maler waren, sondern dort, weil sich durch die großen Meister ihres Landes verdrängt worden waren, dann in Portugal wirkten konnten. Bedeutende Namen aus dieser Zeit waren Nuno GonçalvesGregorio Lopes und Grao Vasco.

Barock, Rokoko und beginnendes 19. Jahrhundert wurde durch Maler wie Domingos de SequeiraVieira Portuense oder Francisco Augusto Metrass abgedeckt.

Im 20. Jahrhundert dann kamen viele Maler: Paula RegoAlmada NegreirosMario EloySanta Rita PintorMaria Helena Vieira da SilvaAmadeo de Souza-Cardoso und viele andere.

Architektur

Baustile umfassen nahezu alle Epochen der europäischen Kunstgeschichte. Klöster, Kirchen, Burgen, Schlösser und staatliche Einrichtungen wurden oftmals nach den in Europa vorherrschenden Stilen wie z. B. Gotik oder Neoklassizismus, erbaut. Der Architekt Alvaro Siza Vieira erhielt den Pritzker-Preis, ebenso sein Landsmann Eduardo Souto de Moura. Weitere bekannte Architekten waren oder sind Raoul Posnard de Mesnier (ein Eiffel-Schüler), Miguel Ventura TerraTomas Taveira.

In der Dekoration (Baudekoration) konnte Portugal vor allem durch den Manuelismus und die Azulejo-Kunst eine eigene, nationale Note erreichen.

Küche

Die portugiesische Küche ist mannigfaltig, sie folgt in mancher Hinsicht der iberischen Tradition, darüber hinaus nahm sie jedoch viele Elemente aus den kolonisierten Gebieten auf. Nach der maurischen Herrschaft über Portugal blieben auch viele nordafrikanische Einflüsse erhalten, dazu gehören der starke Gebrauch von Zucker, Zimt, Gewürzen und Eidotter.[20]

Als Nationalgericht Portugals gilt der Bacalhau. Bereits seit dem 13. Jahrhundert spielte diese Art Trocken- und Salzfisch in der Ernährung der Portugiesen eine bedeutende Rolle. Heute sagt man, dass es in der portugiesischen Küche ein Bacalhau-Rezept für jeden Tag des Jahres gibt. Sardinen, im 16. Jahrhundert das billigste Nahrungsmittel im Land, sind auch heute ein traditionelles Essen (Sardinhas Assadas).[62] Zahlreiche weitere Gerichte wie CaldeiradaAmêijoas à Bulhão PatoRissóis de Camarão oder Arroz de marisco unterstreichen die Bedeutung von Fisch und anderen Meeresprodukten in der portugiesischen Küche. Auch gegrillteSardinen sind sehr populär, insbesondere im Sommer.

Typisch sind außerdem Suppen wie Caldo verde, eine Grünkohl-Kartoffelsuppe aus dem portugiesischen Kohl Couve-galega, die typischerweise mit Broa (Maisbrot) undChouriço serviert wird, oder die Sopa alentejana mit Brot, Ei, Koriander, Knoblauch und Olivenöl. Fleisch wurde im Mittelalter Portugals nur sehr wenig gegessen, trotzdem sind Würste (enchidos) verbreitet und es gibt einige berühmte Fleischgerichte wie Cozido à portuguesa oder das populäre Schnellgericht FrancesinhaFrango Assado(Gegrilltes Hähnchen) insbesondere mit scharfem Piri-Piri gewürzt, ist heute ein weitverbreitetes Gericht, das aus den afrikanischen Kolonien nach Portugal kam. Weiters gibt es eine lange Tradition in der Käserei, nennenswert sind Queijo do PicoQueijo Serra da Estrela oder Queijo de Azeitão.

Süßspeisen nehmen in Portugal einen ganz bedeutenden Platz ein. Die berühmten Pastéis de Nata (Pastéis de Belém) sind eine Spezialität aus Belém und verbreiteten sich in den letzten Jahren über Macau in weite Teile Südostasiens. Einige der zahlreichen weiteren Süßspeisen sind die Pastéis de Tentúgal, die Ovos moles de Aveiro, oder auch der vor allem zu Weihnachten verbreitete Bolo Rei. Vor allem im Herbst werden traditionell geröstete Maronen an kleinen Straßenständen verkauft.

Für seinen Wein ist Portugal bekannt. Seit der Römerzeit wird Portugal mit dem Gott des Weines und der Feste, Bacchus/Dionysos, assoziiert. Einige portugiesische Weine gehören zu den besten der Welt. Eine bekannte Weinspezialität ist der spritzig-moussierende Vinho Verde. Weltbekannt ist der Portwein, während von der Insel Madeira ein weiterer bekannter Likörwein aus Portugal stammt, derMadeira. Daneben gibt es auch einige einheimische Bierbrauereien.

Volksfeste

Im Juni finden in ganz Portugal Feste zu Ehren der drei Volksheiligen (Santos Populares) statt. Diese drei Heiligen sind AntoniusJohannes und Petrus. Gefeiert wird mit Wein, água-pé (Most), traditionellem Brot mit Sardinen, Straßenumzügen und -tänzen, Hochzeiten, Feuer und Feuerwerk sowie viel guter Laune.

Santo António wird in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni gefeiert, vor allem in Lissabon (wo dieser Heilige geboren wurde und lebte), wo eine Art Straßenkarneval (Marchas Populares) stattfindet. Zu diesen Tagen gibt es Hochzeiten, die Casamentos de Santo António. Der populärste Heilige ist São João (hl. Johannes), für den am Johannistag vor allem in Porto und Braga gefeiert wird, wobei esSardinen und Caldo Verde (eine traditionelle Suppe) gibt. Zu Ehren von São Pedro wird am 28. und 29. Juni gefeiert, besonders in Póvoa de Varzim und Barcelos, wobei diese Feste dem Meer gewidmet sind. Dabei gibt es Feuer (fogeiras) und einen Straßenkarneval.

Sport Fußball

Fußball ist der am meisten ausgeübte Sport in Portugal. Der portugiesische Fußball hat Weltklassespieler wie EusébioNenéPaulo SousaRui CostaNaniCristiano RonaldoVítor BaíaDecoFernando Meira oder Luís Figo hervorgebracht. Im Jahr 2004 wurde die Fußball-Europameisterschaft in Portugal ausgetragen, bei der die portugiesische Nationalmannschaft nach Griechenland Vize-Europameister wurde. Das Erreichen des dritten Platzes bei der WM 1966 ist der bisher größte Erfolg der portugiesischen Fußballgeschichte. Die höchste Spielklasse, die Primeira Divisão, wird von den drei bedeutendsten Vereinen FC PortoSporting Lissabon, und dem Rekordmeister Benfica Lissabon dominiert. Erster Gewinner des Landespokals Taça de Portugal wurde 1939 Académica Coimbra, der ihn 2012 erneut gewinnen konnte, und dank seiner Rolle als oppositioneller Studentenverein der 1960er-Jahre eine besondere Geschichte vorweisen kann. Weitere Traditionsvereine sind Belenenses LissabonBoavista Porto und Vitória Setúbal. Neben Fußball sind noch Futsal und Strandfußball verbreitet, und Portugal hat dort Erfolge zu verzeichnen.

Kanusport

Auch im Kanusport kann Portugal Erfolge vorweisen, etwa seine Silbermedaille bei Olympia 2012. Der portugiesische Kanuhersteller Nelo ist Weltmarktführer und rüstete auch die Mehrzahl der erfolgreichen Olympia-Wettbewerbsteilnehmer 2012 aus.[63] In der Kleinstadt Montemor-o-Velho hat der portugiesische Kanuverband mit seinem Leistungszentrum seinen Schwerpunkt. Hier wurden auch mehrmals internationale Veranstaltungen ausgerichtet, zuletzt die Kanurennsport-Europameisterschaften 2013.

Laufen

Insbesondere portugiesische Langstreckenläufer waren häufig international erfolgreich. Die bekannteste weibliche Läuferin dürfte die olympische GoldmedaillengewinnerinRosa Mota sein, während Carlos Lopes 1984 die erste olympische Goldmedaille für Portugal überhaupt holte.

Die Orientierungslauf-Europameisterschaften 2014 richtete Portugal aus. Seit 1991 findet in der Hauptstadt mit dem Lissabon-Halbmarathon jährlich im März auch einer der weltweit bedeutendsten Halbmarathonläufe statt.

Motorsport

In der Nähe des Seebades Estoril, nahe der Atlantikküste, befindet sich mit dem Circuito do Estoril eine bekannte Rennstrecke für Auto- und Motorradrennen, auf der jahrelang der Formel 1 Grand Prix von Portugal ausgefahren wurde. Auch als Teststrecke für Rennwagen wird der Kurs in Estoril genutzt.

In der Stadt Santarém befindet sich ein bekanntes Speedway-Stadion, in dem auch bereits internationale Meisterschaften ausgefahren wurden, wie die Europäische Speedway-Club-Meisterschaft im Jahre 2000.

Radsport

Seit 1927 wird mit der Volta a Portugal ein landesweites Rennen des populären Radsports veranstaltet. Beliebte Radfahrer waren der erste Berufssportler Portugals 1896, José Bento Pessoa, der zweimalige Tour de France-Dritte Joaquim Agostinho, oder auch Alves Barbosa, der auf dem Höhepunkt seiner Popularität 1958 Titelheld des ersten Werks des Portugiesischen Films in Cinemascope wurde.

Surfen und Segeln

Ganzjährig bieten die Küsten im Süden und Westen ideale Bedingungen zum Wellenreiten. Einige der besten Surfspots Europas ziehen Surfer aus aller Welt an, etwa in Ericeira, das weltweit dritte und Europas erstes Surfreservat. Unter den vielen weiteren Surfspots sind das traditionsreiche Seebad Figueira da Foz, der nahe Lissabon gelegene Strand Praia do Guincho, oder auch das frühere Fischerdorf Nazaré, das für seine besonders große Welle bekannt ist.

Segeln hat eine lange Tradition in Portugal. Bekannt dafür sind insbesondere die Azoren, etwa mit der Les Sables–Les Açores–Les Sables-Regatta oder dem international bekannten Treffpunkt, der Stadt Horta. Segelveranstaltungen finden zudem an der Algarve und im Großraum Lissabon statt. So fanden die ISAF-Segel-Weltmeisterschaften 2007 in Cascais statt, das auch für seinen Yachthafen bekannt ist.

Tennis und Badminton

Mit dem ATP Oeiras beziehungsweise WTA Oeiras finden in Oeiras bekannte internationale Tennisturniere in Portugal statt. Weitere Turniere sind ATP Porto bzw. WTA Porto, und seit 2013 ATP Challenger Guimarães. Zuletzt war João Sousa aus Guimarães der vielversprechendste portugiesische Tennisspieler. Am 14. Juli 2014 erreichte er mit dem 35. Platz seine bisher beste Platzierung in der Tennis-Weltrangliste.

Für portugiesisches Badminton ist dagegen Caldas da Rainha der wichtigste Ort, etwa als häufiger Austragungsort für Turniere der Portugal International, und als Sitz desportugiesischen Badmintonverbandes. Als erfolgreichste Spielerin kann Isabel Rocha gelten, die in den 1960er- und 1970er-Jahren insgesamt 32 nationale Titel gewann. Als besonders erfolgreicher männlicher Spieler ist José Bento zu nennen. Er stammte aus Lourenço Marques, der heute Maputo genannten Hauptstadt der damaligen portugiesischen Kolonie Mosambik, und dominierte besonders während der 1970er-Jahre das Badminton in Portugal.

Wintersport

Außerhalb Portugals eher unbekannt sind die Snowboard-Meisterschaften in den Skigebieten der Serra da Estrela,[64] oder auch der portugiesische EishockeyverbandFederação Portuguesa de Desportos no Gelo.

Weitere Sportarten und Internationale Veranstaltungen

Mit 13 Landesmeisterschaften ist Joaquim Durão Rekordmeister im Schach. Erfolgreichste weibliche Spielerin ist Catarina Leite, während Schachgroßmeister Luís Galegoder aktuell bedeutendste Schachspieler Portugals sein dürfte.

Portugiesische Sportler sind international im Beachvolleyball und insbesondere im Rollhockey erfolgreich, wo sie mit Spanien im Wechsel Rekord-Rollhockey-Weltmeister sind. Traditionelle Sportarten Portugals wie das Jogo do pau sind dagegen international weitgehend unbekannt.

Portugal richtete eine Vielzahl internationaler Sportveranstaltungen aus, neben der Fußball-Europameisterschaft 2004 sind so verschiedene Turniere wie die Handball-Europameisterschaft 1994 oder die Spiele der Portugiesischsprachigen Länder, die Jogos da Lusofonia 2009 zu nennen. Inline-Speedskating-Europameisterschaften fanden mehrmals in Portugals statt, so 198919952001 und 2007.

Bibliothekswesen

Portugal verfügt, ausgehend von mittelalterlichen und klösterlichen Sammlungen, über eine lange Bibliothekstradition. So entwickelten sich bis heute vielfältige Bibliothekstypen, wie wissenschaftliche Bibliotheken, Universitätsbibliotheken, öffentliche Bibliotheken, Bibliotheken der zentralen Verwaltung und Spezialbibliotheken. Die genaue Anzahl von Bibliotheken und der Gesamtbestand an Medien ist nicht bekannt (die LIB2-Studie von 1986 ermittelte 556 portugiesische Bibliotheken). Systematische und methodische Arbeiten zur Förderung des öffentlichen Bibliothekswesens und der Bibliothekswissenschaft begannen Ende des 19. Jahrhunderts.

In der Zeit des Estado Novo (1928–1974) war die Bedeutung der Bibliotheken und die Bibliotheksarbeit selbst durch Zensur und Restriktionen stark eingeschränkt. Dadurch gibt es bis heute Defizite in der Entwicklung des Bildungs– und Bibliothekssystems. Die jahrzehntelange Diktatur begünstigte eine mangelnde Volksbildung und den Analphabetismus. Nach der Nelkenrevolution 1974 kam es zur Demokratisierung im Bildungs- und Kulturbereich.

Gegen die mangelnde Volksbildung und den Analphabetismus wurde systematische Erwachsenenbildung und Leseförderung betrieben. Die besorgniserregende Situation der öffentlichen Bibliotheken hatte zahlreiche Initiativen und Neuregelungen innerhalb des Bibliothekswesens zur Folge, z. B. 1983 das „Manifest des öffentlichen Lesens“. 1986 wurde dies durch eine Gesetzgebung zur Schaffung und Koordinierung eines Netzes des öffentlichen Lesens untermauert. Gleichzeitig kam es zur in Portugal erst relativ spät einsetzenden Automatisierung der Bibliotheksarbeit und zum Einsatz moderner Informationstechnik, zunächst in Universitätsbibliotheken und der Nationalbibliothek „Biblioteca Nacional de Lisboa“.

Letztere war die erste öffentliche Bibliothek, die 1796 als Königlich-öffentliche Hofbibliothek gegründet wurde. Sie betreibt z. B. die nationale bibliographische Datenbank PORBASE. Diese enthält über 1 Million Titeleinträge, 800.000 Verfassereinträge von etwa 134 Bibliotheken und Dokumentationszentren und die Portugiesische Nationalbibliographie. Die Nationalbibliothek und vermutlich fast alle anderen Bibliotheken arbeiten mit dem Bibliothekssystem CDS/ISIS und dem Datenaustauschformat UNIMARC.

Eine Archivar- und Bibliothekar-Ausbildung ist über ein Studium an den staatlichen Universitäten Coimbra, Lissabon und Porto möglich. Einige zum Teil staatliche Institutionen übernehmen Koordinierungsaufgaben und unterstützen die Förderung des portugiesischen Buches und die Kooperation und Unterstützung von Bibliotheken.

Durch umfangreiche innovative Arbeiten der letzten Jahre hat das portugiesische Bibliothekswesen den Anschluss an europäische und internationale Standards geschafft. Noch existierende Defizite sollen durch Förderung des Lesens und der Bibliotheken und durch internationale Zusammenarbeit weiter abgebaut werden.

Medien

Vier Hauptfernsehkanäle können im ganzen Land per Antenne empfangen werden: RTP1 und RTP2, die vom staatlichen portugiesischen Rundfunk Rádio e Televisão de Portugal (RTP) betrieben werden und die privaten Kanäle SIC (Sonae Group) und TVI (Media Capital, davon 32 % RTL-Group). Das Programm wird bei diesen Sendern, außer dem kulturell ausgerichteten RTP2, besonders am Abend stark von brasilianischen und portugiesischen Telenovelas bestimmt; die Nachrichtensendungen sind mit meist ein bis zwei Stunden Dauer sehr lang und in hohem Maße auf das Tagesgeschehen in Portugal ausgerichtet. Fremdsprachige Spielfilme werden angesichts des kleinen Binnenmarktes selten synchronisiert, sondern mit Untertiteln gezeigt. Der Auslandssender RTP Internacional kann u.a. auch in Mitteleuropa empfangen werden und zeigt eine Auswahl der vier Programme, während RTP África aus den portugiesischsprachigen Ländern Afrikas berichtet. Daneben gibt es eine Vielzahl von Kabelkanälen, zu nennen ist insbesondere Sport TV und brasilianische Sender. In Porto und Lissabon gibt es Lokalsender, zudem unterhält die RTP auf Madeira und den Azoren eigene Sendeanstalten.

Es gibt etwa 150 Radiostationen in Portugal. Die Sender der RTP, des katholischen Rádio Renascença und der TSF sind landesweit zu empfangen. Die RTP ist über Kurzwelle auch in Mitteleuropa zu hören, allerdings nur auf Portugiesisch.

Unter den zahlreichen Zeitungen, die in Portugal gedruckt werden, findet ein Konsolidierungs- und Konzentrationsprozess statt, bei dem viele der kleinen Blätter aufgeben müssen. Bedeutende täglich erscheinende Zeitungen sind der konservativ-liberale Diário de Notícias, der linksliberale Público (beide aus Lissabon) und das Jornal de Notícias aus Porto, dazu die Boulevardzeitung Correio da Manhã. Wichtige Wochenzeitungen sind Expresso und Sol, auch das politische Wochenmagazin Visão und die Musikzeitung BLITZ sind zu nennen.  Jornal de Letras gehört zu den bedeutendsten Kulturzeitungen des Landes, während Jornal de Negócios und der Diário Económico die bedeutenden Wirtschaftszeitung sind. Destak und Metro sind die wichtigsten Gratiszeitungen in Portugal.

Sehr große Auflagen haben Sportzeitungen, die täglich erscheinen und sich fast ausschließlich mit Fußball beschäftigen – die bedeutendsten sind O JogoA Bola und Record. Die Benfica Lissabon nahestehende A Bola ist die auflagenstärkste Zeitung in Portugal.

Von Bedeutung sind auch die zahlreichen Lokalzeitungen. Unter den Regionalzeitungen ist der Diário As Beiras zu nennen.

Im Bereich der Klatschpresse sind die wöchentlich erscheinenden Magazine Maria und Nova Gente die auflagenstärksten. Die bedeutendste Parteizeitung ist der Avante! von der Portugiesischen Kommunistischen Partei.

Quelle: "Wikipedia"


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